aufs Ganze gehen

neue Räume - aktuelle Rauminstallationen

 

Derzeit werden die Räume der Walkmühle von Menschen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten begutachtet.
Architekten, Handwerker, Baufachleute, Denkmalpfleger und Politiker begehen, vermessen, berechnen und bewerten sie.

Auf dem Weg in die bevorstehenden Veränderungen, Umbauten und Sanierungen,
laden wir mit der neuen Themenausstellung Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit den Räumen des Gebäudekomplexes Walkmühle mit ihren Mitteln und Methoden in Form von Installationen und Environments zu beschäftigen.
Diese Eingriffe und Untersuchungen gehen auf ihre Weise in die bevorstehenden Prozesse ein.

Der Titel der Ausstellung aufs Ganze gehen bezieht sich auf die Besonderheit von Environments und Rauminstallationen:
nicht Leinwand und Farbe oder ein bestimmtes bildhauerisches Material sind das spezifische Mittel dieser Kunst, sondern der ganze Raum ist Gegenstand der Arbeit.
Dabei kommen alle Techniken und Materialien, einschließlich neuer Bild- und Klangmedien, zum Einsatz.


"In seinen tausend Honigwaben speichert der Raum verdichtete Zeit. Dazu ist der Raum da." 
Gaston Bachelard, Poetik des Raumes  


In der Ausstellung  werden erstmals mehrere bislang verborgene Räume zugänglich sein. 
EInen Überblick über die möglichen Räume werden wir in den nächsten Monaten erhalten. 
Mit Beginn der Ausschreibung bekommen Kolleginnen und Kollegen, die Interesse haben, sich mit einer eigenen Rauminstallation
zur Teilnahme an der Ausstellung aufs Ganze gehen zu bewerben, die Möglichkeit sich einen Eindruck von den Räumen zu verschaffen.


"Das gut verwurzelte Haus liebt es, einen sensiblen Zweig in den Wind zu strecken, einen Dachboden zu haben, in dem es ein Rauschen gibt wie von Laub. Wenn man ein Gedicht von einem Hause macht, ist es nicht selten, dass die intensiven Widersrpüche ... uns aus dem Schlaf der Begriffe wecken und uns von unseren zweckgebundenen geometrischen Systemen befreien." 

"Nicht die Alternative der Gegensätze, sondern die Vereinigung der Gegensätze gilt es zu verstehen, und dazu sind die Hilfsmittel der dialektischen Logik völlig unzureichend. Sie würden etwas Lebendiges anatomisch zergliedern. 
Aber wenn das Haus ein lebendiger Wert ist, so muss es auch eine Unwirklichkeit enthalten. Alle Werte müssen vibrieren. Ein Wert, der nicht vibriert, ist ein toter Wert."
Gaston Bachelard, Poetik des Raumes    


Axel Schweppe (Kurator), Peggy Pop (Assistenz) und das team von der Walkmühle im Juni 2013

axelschweppe@freenet.de © Axel Schweppe 2013